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10.04.2005

Als Genius Gauß in der 6c

Stadtführer Jürgen Köpke kam auf Einladung des Martino-KatharineumsVon: Harald Duin

Wir haben Jürgen Köpke (Foto) leider nicht in der Reihe der berühmten MK-Schüler aufnehmen können. Zu wenig aufregend seine MK-Karriere. Aber in der Rolle des Carl Friedrich Gauß war Köpke gestern überzeugend. Auch deshalb, weil er im Fundus des Staatstheaters ungefähr jene Klamotten fand, die Gauß so ähnlich getragen hat.Köpke verkörpert den genialen Braunschweiger Mathematiker in der MK-Dependance Echternstraße, und zwar in der Klasse 6c. In diesem Gebäude sind übrigens nach Abschaffung der Orientierungsstufe die neuen 5. und 6. Klassen des MK untergebracht. Wissen die Schülerinnen und Schüler etwas über Gauß? Wissen sie, dass er Schüler des Catharineums war, jene Schule, die sich später mit dem Martineum zusammenschloss?Viele Leute denken, dass Gauß einst Schüler der Gaußschule war, die sich nach dem Mathematiker, der vor 150 Jahren starb, benannt hat. Manfred Wildhage, Leiter des MK, möchte jedenfalls, dass auch seine elf- und zwölfjährigen Schüler an der Echternstaße ein Gefühl bekommen für die reiche Geschichte des MK ? eine Geschichte, die um 1415 beginnt.

Gauß kam 1788 auf das Gymnasium Catharineum, wegen seiner glänzenden Leistungen gleich in die zweite Klasse.Nun muss man wissen, dass die gesamte Bibliothek des MK mit allen wertvollen Dokumenten im 2. Weltkrieg vernichtet wurde. Aber wie durch ein Wunder überlebte das Matrikelbuch unversehrt. In diesem Buch sind alle Schüler der Prima, also der obersten Stufe, zwischen Oktober 1790 und Herbst 1823 verzeichnet und kurz beurteilt.Auch Gauß trug sich persönlich in dieses Matrikelbuch ein: als ?Johannes Fridericus Carolus Gauß?. Der damalige Schulleiter Konrad Heusinger rühmte in einem späteren Eintrag das Genie dieses Gauß, bezeichnete ihn als ?Astronomus celebris?, als berühmten Astronomen.In seiner Zeit als Schüler des Catharineums beschäftigte sich Gauß mit dem Parallelenaxiom und der Frage, ob es ein wirkliches Axiom oder ein mit Hilfe anderer Axiome bewiesener Lehrsatz ist. Im Alter von 15 Jahren gegen Ende seiner Zeit am Catharineum, fand er intuitiv den ?Großen Primzahlsatz?, der zu dieser Zeit noch keinem Mathematiker bekannt war.Köpke, der Gauß-Darsteller, hat natürlich den Schülern die Sache mit dem Axiom nicht erklärt ? Stoff vielleicht, als Reverenz an Gauß, für die Sekundarstufe 2.

(Aus: Braunschweiger Zeitung vom 09.04.2005, S. 27)