mk:home | mk:connect | mk:600
Kontakt/Impressum | iServ
14.11.2015

Zhuhai - MK´ler im Reich der Mitte

Gut vorbereitet – schließlich können  wir alle auf chinesisch „Guten Tag“ sagen – machten wir uns auf den Weg ins Reich der Mitte nach Zhuhai, der Partnerstadt Braunschweigs, im Süden Chinas.  Zwölf Tage dauerte unsere Erkundungstour, interkulturelles Lernen im speed tempo, Eintauchen in chinesische Traditionen und kulturelle Riten, aber auch in Zukunftsvisionen gepaart mit Gigantismus. Gegensätzlicher kann kein Land sein – bewahrt werden Traditionen, aber es wird nach vorne geschaut, eine rasende Entwicklung ist in Gang mit einem unglaublichen Leistungswillen der Bevölkerung. Die Öffnung zum Westen, Schaffung von Wohlstand und Lebensqualität für  eine wachsende Mittelschicht, die ihre Kinder zum Studium in die USA schickt. Die Middle School No.1 ist ein Beispiel dafür, dass Leistung in der Schule den Schülern diesen Weg eröffnet. Unsere Schüler staunten nicht schlecht, als sie den Stundenplan der  chinesischen Gastschüler sahen, von 7.30 Uhr morgens bis 22.00 Uhr abends sind die Schüler mit Unterricht und Hausaufgaben beschäftigt. Während unseres Besuches durfte das eigene Kind der Gastfamilie zu Hause schlafen zusammen mit unseren Schülern. Eine willkommene Abwechslung für die chinesischen Schüler, denn in der Woche sind sie normalerweise in der Schule untergebracht.

Die Schule mit 3500 Schülern präsentiert sich wie ein Universitätscampus, ein weitläufiges Gelände mit Unterrichtsräumen, Sportanlagen, mehreren Mensen und Schlafhäusern.  Auffällig ist das Interesse der chinesischen Schüler an uns Gästen. Wo wir auch auftauchen,  es bildet  sich immer eine Gruppe neugieriger Schüler um uns,  die uns befragen oder auch ein selfi mit uns machen.  Aufgeschlossen, freundlich, neugierig und hilfsbereit, so nehmen wir die chinesischen Schüler wahr.

Ein interessantes Programm wartet auf uns. Neben den Einblicken in den Schulalltag wird uns Kalligraphie, Töpfern, Tai Chi oder auch die traditionelle chinesische Musik dargeboten.  Kulturelle Traditionen werden von den Schülern respektiert und geachtet  und uns voller Stolz präsentiert. Nachmittags sind Ausflüge geplant, so. z.B. zu zwei chinesisch-deutschen Unternehmen, zu einer der vielen Universitäten in Zhuhai  und auch zur Ausstellung des Stadtplanungsamtes. Und jetzt sind wir in der Zukunft gelandet: nächstes Jahr verbindet eine Brücke Zhuhai und Macao mit Hongkong, ein 50 km langes Konstrukt aus Brücken, aufgeschütteten Inseln und unter dem Meer verlegten Tunnelstücken.  Gigantisch. Es wird erwartet, dass die Immobilienpreise in Zhuhai  in die Höhe schnellen,  wenn die Brücke nächstes Jahr in Betrieb gehen wird.

Nach neun Tagen ist der Abschied tränenreich auf beiden Seiten. Schnell sind Freundschaften geschlossen worden, wurde vieles miteinander geteilt, miteinander erlebt. Die Schüler beteuern: „Wir sehen uns wieder, nächstes Jahr!“.

Zurück geht es über Macao, bis 1999 portugiesische Kolonie und heute Ort des Glücksspiels, nach Hongkong. Hier haben wir noch zwei Tage,  die Schönheit der Inseln, die atemberaubende Skyline,  goldglitzernde Konsumtempel  und Menschen über Menschen  auf uns wirken zu lassen.  Dann – nach 12 Stunden Flug - landen wir wieder sicher in unserer Welt.

Dr. Renate Altermann