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MK-Schüler entwickeln einen einzigartigen Stickstoffmotor

Einzigartigen Stickstoffmotor entwickelt

Aufregendes "Jugend forscht"-Projekt von Thomas Mysliwietz und Henry Höckendorf soll Alternative zur Verbrennungsmaschine bieten
-von Bianca Aust-

VECHELDE. "Die kalte Dampfmaschine" - für Laien ein Buch mit sieben sprichwörtlichen Siegeln. Sind diese erst gebrochen, lässt das Geheimnis, das hinter dem "Jugend forscht"-Projekt von Thomas Mysliwietz (16) und Henry Höckendorf (17) steckt, durchaus die Herzen von Autofahrern und Umweltschützern höher schlagen.

Bereits in der Vision, die hinter den erarbeiteten physikalischen Grundlagen des Aufbaus steckt. Eine Alternative zum Verbrennungsmotor haben die beiden Schüler des Braunschweiger Martino-Katharineums erarbeitet, einen Stickstoffmotor, der nach Angaben von Betreuungslehrerin Elsa Keyser nicht nur ökologisch, sondern auch ökonomisch ist. "Der Brennwert von Stickstoff ist lediglich um 25 Prozent höher, als der von Benzin", stellt die Pädagogin heraus. Wobei ersteres mit 15 Cent je Liter Autofahrern die Tränen in die Augen treiben dürfte. Leider bleibt der Anlass zum Jubel ein Traum. Vorerst. Denn noch stecken Thomas aus Vechelde und Henry aus Braunschweig in den Anfängen ihrer Forschung.
Wie ihr Projekt entstand? Aus der Tatsache, dass sie nach einer Unterrichtseinheit noch Reste der umweltverträglichen Grundsubstanz übrig hatten.
Das flüssige Element füllten die Schüler in den Wassertank einer Dampfmaschine, wo es sich auf Zimmertemperatur erwärmte. Durch die Temperatur änderte der mit minus 196 Grad zunächst bitterkalte Stickstoff seinen Aggregatzustand von flüssig in gasförmig, dehnte sich aus.
"Dabei entsteht Druck, der wiederum einen Kolben antreibt", erklärt Henry. Einsetzbar sei das Modell vor allem in der Energiegewinnung, vorstellbar auch als Antrieb für Autos. "Verbrennungsmotoren sind derzeit noch viel weiter entwickelt", begründet der Schüler deren Einsatz. Noch. Denn die beiden Jugendlichen sind bisher nicht am Ende ihrer Versuche angelangt. "Wir wollen den Stickstoffmotor in ein Modellauto einbauen", verrät Thomas. Der Antrieb, Gas geben, sei auch kein Problem, da hake es derzeit eher noch an der Bremstechnik.
Der von den Schülern entwickelte Stickstoffmotor ist nach eigenen Angaben einzigartig. Lediglich im Bereich von Bootsmotoren gebe es Ähnliches, was aber nach einem anderen Prinzip funktioniere. Thomas und Henry bleiben am Ball, werden noch mehr Stunden ihrer Freizeit opfern, um den Möglichkeiten des Stickstoffmotors nachzugehen.

(Braunschweiger Zeitung - Lokalteil Peine - vom 01.03.2005, S. 34)