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2008 - Sieger bei "Schüler experimentieren"

Auf der Suche nach dem Schall -

Ein Jahr lang hat Marcel Lotze an der A39 den Verkehrslärm gemessen

Von Frank Joung

Lärm scheint Marcel Lotze nicht viel auszumachen - zumindest dann nicht, wenn er ihn messen kann.

Ein Zeitungsartikel hat den 14-Jährigen auf die Idee gebracht, die ihm vergangenes Wochenende den ersten Platz beim Regionalwettbewerb "Schüler experimentieren" in der Kategorie Geo-/Raumwissenschaften einbrachte. "Ich hatte gelesen, dass das Autobahnkreuz Südwest ausgebaut wird - und dass der Südsee schallverstärkend wirken soll. Das wollte ich untersuchen", sagt der Schüler vom Gymnasium Martino Katharineum.
Ein Jahr lang fuhr er zur A39, drei Mal die Woche, meist mit dem Fahrrad. Manchmal brachten ihn seine Eltern auch mit dem Auto. Ausgerüstet mit einem Schallmessgerät von der Schule nahm er an drei verschiedenen Punkten Messungen vor: Direkt am Autobahndreieck A39/A391, am DLRG-Haus am Südsee und, zum Vergleich, an der A395, östlich von Stöckheim - auf einem Feld (und ohne Südsee).
Die ersten Daten ergaben aber: keinen Unterschied. Dass der See den Verkehrslärm noch verstärke, konnte er nicht feststellen. Der Waldstreifen schlucke einen Teil der Lärmemission, meint Marcel. "Da habe ich dann nochmal nachgeforscht und erfahren, dass die neue Autobahn höher liegen soll."
Also legte der Achtklässler selber Hand an - und baute die geplante Autobahn aus Styropor nach. Die Messungen nahm er einfach zu Hause vor. Der Verkehrslärm kam dabei aus kleinen Lautsprecherboxen. Sein Ergebnis: Durch die erhöhte Lage der Autobahn würde die Lärmbelastung erheblich steigen im anliegenden Melverode. Im Hause Lotze ist dagegen, nach Abschluss von Marcels Messungen, wohl wieder mehr Ruhe eingekehrt.
In unserer Serie stellen wir täglich die Braunschweiger Gewinner des Regionalwettbewerbs "Jugend forscht" und "Schüler experimentieren" vor.

(Aus: Braunschweiger Zeitung vom 22. Februar 2008, S. 18)