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Projekt „Museen und Ateliers in Braunschweig“

Wir haben jeden Tag in Museen und Ateliers viele neue Eindrücke und Ideen gesammelt.

Im Kunstverein haben wir uns intensiv mit der Ausstellung „Ground Tour“ von Simon Fujiwara beschäftigt. Wir haben die Gelegenheit genutzt, kostenlos mit der AG „Alt und Jung“ das Kunstmuseum Wolfsburg kennenzulernen; konnten durch eine ehemalige MK-Schülerin, die jetzt an der Hochschule für Bildende Künste  (HBK) studiert, Einblicke in die Siebdruckwerkstatt, einige Malerateliers und eine Bildhauerklasse bekommen; sind im Herzog Anton Ulrich-Museum und auch in dem Kupferstichkabinett des Museums gewesen und haben die Künstlerin Güde Renken in ihrem Atelier besucht.

Eine Schülerin berichtet über die Projektwoche:

Wir, 11 Schülerinnen und ein Schüler aus dem 1.Semester, haben in der Projektwoche an einem Kunstprojekt unserer Lehrerin Hanna Märgner-Beu teilgenommen und hatten die Möglichkeit jeden Tag in Museen und Ateliers viele neue Eindrücke und Ideen zu sammeln. Hier ein kurzer Überblick über unsere Erlebnisse, der jedoch viel zu kurz ist, um die ganze Woche festzuhalten...

Was viele von uns sehr gefreut hat: Jeden Tag ausschlafen, denn Museen machen zum Glück erst um 10.00 Uhr auf. Am Montag haben wir uns, nach einer kurzen Einführung in die Woche, auf den Weg zum Kunstverein „Salve Hospes“ gemacht. Dort ist gerade die Ausstellung „Ground Tour“ von Simon Fujiwara zu sehen. Eine Ausstellung, die sich mit dem Reisen, aber auch der Dokumentation und Aufarbeitung von Erlebtem besonders im Ausland befasst. In Gruppen haben wir die fünf unterschiedlichen Rauminstallationen aus Objekten, Fotografien, Filmen und Skulpturen erkundet und unsere Entdeckungen den anderen vermittelt. Dabei wurden wir von zwei Kunstvermittlerinnen des Kunstvereins (Studentinnen der Hochschule für Bildende Künste (HBK) angeleitet und herumgeführt. Über unseren Besuch im Kunstverein wird auch in der Zeitschrift „VIERVIERTELKULT“ ein Artikel zur kuratorischen Vermittlung zeitgenössischer Kunst erscheinen. Deshalb hat uns Andreas Greiner Napp als Fotograf bei den Nachbesprechungen begleitet. Am Dienstag sind wir zusammen mit den Seniorinnen vom Seniorenheim Augustinum im Rahmen des Projektes „Jung und Alt“ in das Kunstmuseum Wolfsburg gefahren. Nach einer Busfahrt mit interessanten Gesprächen erwartete uns dort eine Führung durch die derzeitige Ausstellung „Slapstick“. Slapstick war die Bezeichnung für ein Theaterrequisit, den Schlagstock, und steht für ein Genre, für das die permanente Wiederholung von Handlungsabläufen mit einem hohen Erkennungswert (z.B. die Tortenschlacht oder die Banane auf der Straße) und der Erwartungsaufbau vor der Pointe typisch sind. Zu sehen waren viele Stummfilme mit Berühmtheiten wie Dick und Doof (Laurel und Hardy) oder Charlie Chaplin, aber auch neue Filme von modernen Künstlern wie Francis Alys und Szymon Konylarz. So konnte man zum Beispiel darüber staunen, wie Francis Alys einen großen Eisblock durch Mexico City oder einen alten VW Käfer durch Wolfsburg schiebt. Nach einem gemeinsamen Abendessen sind wir mit dem Bus zurück nach Braunschweig gefahren, viele schon in Vorfreude auf das nächste Treffen. Am Mittwoch hatten wir das Glück, mit der HBK-Studentin Marlene Bart, einer ehemaligen Schülerin des MK, eine Führung durch die Siebdruckwerkstatt, einige Malerateliers und durch eine Bildhauerklasse zu machen. Auch hat sie uns viele ihrer Arbeiten vorgestellt und über ihre bisherige Zeit an der HBK berichtet. Weiterhin konnten wir beim Vorbereiten eines Siebdrucks dabei sein, unterschiedliche Werke von Studenten und Studentinnen betrachten und viel Wissenswertes über das Kunststudium erfahren. Donnerstag wurden wir von der Museumspädagogin des Herzog-Anton-Ulrich Museums, Frau Peters, durch die Ausstellung „Epochal“ in der Burg Dankwarderode, in der seit dem Umbau des Museums rund 250 Werke (von insgesamt rund 17000 Kunstwerken) ausgestellt werden, geleitet. Das Herzog Anton Ulrich-Museum zeigt im Rittersaal der Burg (1. Obergeschoss) in fünf farbigen, einzeln stehenden Räumen Kunstwerke aus der Renaissance, über das Zeitalter des Barock, das 18. Jahrhundert und die Klassische Moderne bis zur Gegenwart. Es werden Gemälde, Zeichnungen, Druckgraphiken und Skulpturen präsentiert. Parallel zu dieser Ausstellung waren Bilder von Studenten und Studentinnen der HBK, darunter auch Arbeiten von Marlene Bart, ausgestellt. Im Namen des Projektes „Re- Produktion“- Künstlerische Dialoge mit Werken des Herzog Anton Ulrich-Museums - wählten die Studenten Werke des Museums aus und interpretierten sie neu. Marlene hatte sich mit ihren Siebdrucken auf die Jahreszeitenallegorie „Sommer“, eine Figur aus Fürstenberger Porzellan, bezogen. Wir konnten diese, die Siebdrucke sowie das Ausstellungsplakat und den Flyer zu der Ausstellung mit Marlenes Motiv sehen. Nach dieser Führung konnten wir im Kupferstichkabinett im Neubau des Herzog-Anton-Ulrich Museums fünf unterschiedliche Werke, darunter Werke von Albrecht Dürer und Rembrandt betrachten. Jedes einzelne Werk musste dabei erst von einem Angestellten aus den riesigen Schränken, die an allen Wänden im Raum stehen, herausgesucht werden und durfte nur hinter einer Glasplatte betrachtet werden. Am Freitag ging die Projektwoche leider schon wieder zu Ende. Aber vorher konnten wir das Atelier der Künstlerin Güde Renken in der Tuckermannstraße 4 erkunden. Güde Renken hat sich viel Zeit genommen, uns in ihrem Atelier herumgeführt, uns viel über ihre Arbeitsweise und ihren Weg als Künstlerin erzählt und bereitwillig viele unserer Fragen besonders zu ihren Kinderbildern beantwortet. Wir konnten beeindruckende, große Gemälde, aber auch viele Zeichnungen und kleine Bilder bestaunen. Zum Abschluss haben wir zusammen selbstgebackene Muffins und Mangosaft genossen. Diese Projektwoche hat uns nicht nur einen großen Einblick in die verschiedenen Ateliers und Museen Braunschweigs ermöglicht. Wir haben auch viel Neues über die Arbeit eines Künstlers und die Entstehung eines Werkes und über das Kunststudium erfahren. Wir haben in einer tollen Gruppe mit sehr vielen netten Menschen, die man gerne wieder treffen möchte, Kunst entdeckt. Danke für diese Zeit!

Anna Schmidt