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Exkursion des Seminarfach-Kurses nach Hannover

Ein Kunstwerk kann von vielen betrachtet, bewertet und analysiert werden - der Weg dorthin, den der Künstler hinter sich gebracht hat, bleibt dennoch verborgen.

 

Wir befinden uns gerade ganz am Anfang dieses Weges bis zu unserer abschließenden Arbeit. Aber um dorthin zu kommen, müssen erst einmal Eindrücke und Anregungen gesammelt werden. Das haben wir, der Seminarfachkurs „Auf den Spuren, von...“, unter der Leitung von Frau Märgner-Beu am 06.02.2014 getan. Einen ganzen Tag lang konnten wir uns einmal nur der Kunst widmen.

 

Zuerst waren wir im Kunstverein in Hannover und haben die Ausstellung „Tell Me What You See“ der Künstler Christoph Girardet und Matthias Müller, die existierendes Filmmaterial zu neuen Filmen montieren, besucht. Was wir davon mitgenommen haben: Filme nutzen unser Kollektivgedächtnis (in einem schmalen Gang fühlen wir uns z.B. alle eingeengt und unwohl), aber werden Bilder aus ihrem Zusammenhang gerissen und in einen neuen Kontext gesetzt, können sie plötzlich etwas ganz anderes in uns auslösen. Im Anschluss konnten wir sogar selbst einen eigenen Stop-and-Motion Film drehen, was allerdings gar nicht so einfach ist, wie gedacht, da für eine Sekunde Film 15 Bilder notwendig sind.

Nach einer Mittagspause konnten wir im „Kubus“, der städtischen Galerie Hannover ein Gemeinschaftsprojekt von israelischen und deutschen Künstlern sehen, das aus sehr unterschiedlichen Werken bestand. Wie zum Beispiel einer Installation aus einem nur zehn Zentimeter breiten Tisch mit mindestens fünfzig unterschiedlichen aneinandergereihten Plastikbechern oder kleinen Skulpturen aus Leibniz-Keksen.

Zu guter Letzt haben wir in der Kestner-Gesellschaft zwei Ausstellungen von Kitty Kraus und Carla Black gesehen. Die erste war sehr minimalistisch, aber auf ihre Weise beeindruckend und zeigt, dass manchmal weniger wirklich mehr ist, und ein dunkler Raum beeindruckender als ein perfektes Ölgemälde sein kann. Die Kunstwerke der zweiten Künstlerin fanden die meisten in unserer Gruppe interessanter; von der Decke eines hohen Raumes hingen abertausende Klebebandstreifen bis auf den Boden, mit einer Reihe von Fingerabdrücken versehen und in einem kleinen Pigmenthäufchen von unterschiedlichen Farben endend. Später erfahren wir, dass die Künstlerin jeden Tesafilmstreifen einzeln mit ihren Fingerabdrücken verziert hat.

 

Etwas müde - aber gut gelaunt - geht es nach einem langen, eindrucksreichen Tag wieder zum Bahnhof und zurück nach Braunschweig, wo wir weiter an unseren Ideen tüfteln werden, auf dem Weg zum Ziel.

 

Anna Schmidt