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Phillipp von Amsberg

Von Amsberg wurde am 17. Juli 1788 als Sohn eines Pfarrers in Kavelsdorf, bei Rostock, geboren.

In Braunschweig fand er in Geheimrat Metz einen Gönner, der ihm seine Ausbildung am Martino-Katharineum ermöglichte. Dank seiner Kontakte zum Hof konnte er als Schreiber in den Staatsdienst gelangen.1)

Während der »Franzosenzeit«, als das Herzogtum zum Okerdepartement unter dem Franzosen-König Jerome gehörte, wurde von Amsberg 1807 dem Steuerdirektor von Löhneysen zugewiesen. Ab 1812 kontrollierte er schon das Eintreiben der direkten Steuern.

In den Befreiungskriegen trat er dem »Schwarzen Korps« bei und nahm 1815 als Regimentsquartiermeister an der Schlacht bei Quatrebras teil.

Nach einem Jahr »Wartegeld«2) begann sein Aufstieg in der Herzoglichen Verwaltung. 1816 begann er als »Cammersecretär für das Accise- (Steuer-) und Chausseewesen«, zwei Jahre später wurde er Kammerassessor. Da er viel reisen mußte, waren ihm die schlechten und für das Herzogtum teuren Landstraßen bestens vertraut. Diese Erfahrungen veranlaßten ihn, sich Gedanken darüber zu machen, wie diese Situation im Lande zu verbessern sei.

1824 erschien seine erste Schrift über den Bau einer »Eisenstraße«. Allerdings plante er noch keinen Einsatz von Dampflokomotiven, sondern dachte an einen Pferdebetrieb. Er hatte erkannt, daß nur eine florierende Wirtschaft Steuern zahlen konnte. Eine wesentliche Vorbedingung dafür waren aber günstige Verkehrswege für den Gütertransport.

Seine Pläne fanden zwar in Braunschweig Beachtung, doch konnte er sie noch nicht verwirklichen. Von Amsberg wurde mit einem anderen Ressort betraut. Er wechselte 1828 in das Außenamt und führte in der folgenden Zeit die wichtigen Verhandlungen um den Beitritt Braunschweigs in den Hannoverschen Steuer-Verein. Dies war das Gegenstück zum Preußischen Zollverein.

1833 dann stieg von Amsberg um eine weitere Stufe in der braunschweigischen Verwaltung auf. Er wurde zum Geheimen Legationsrat und Finanzdirektor ernannt. Zu seinem Aufgabenbereich gehörte auch die Leitung der Herzoglichen Pfand- und Leihhausanstalt.3)

1832 hatte von Amsberg seine 1824 veröffentlichte und nun etwas modifizierte Schrift zur Eisenbahn beim Vieweg-Verlag drucken lassen. Diesmal fand er Gehör bei den Verantwortlichen des Herzogtums. Allerdings konnte er von seinen weitreichenden und auch weitblickenden Plänen zunächst nur die Streckenführung zum Harz durchsetzen. 1836 wurde er Leiter der Eisenbahn-Commission. In dieser Position konnte er den Bau der ersten deutschen Staatseisenbahn verwirklichen.

1843 wurde er Direktor des Eisenbahn- und Postwesens im Herzogtum. 27 Jahre später, am 6. Dezember 1870, ging er als Generaldirektor in den Ruhestand. Im darauffolgenden Jahr, am 6. Juli 1871, verstarb er in Harzburg.

Anmerkungen
1) Man sagt, Amsberg hätte mit seinen Freunden den Herzog KarlWilhelm Ferdinand vor dem Zugriff einer demonstrierenden Volksmenge gerettet. Vgl. Wunderlich, Wilhelm M., Die erste deutsche Staatseisenbahn, Cremlingen, 1987, S. 27.
2) Amsberg war ein Jahr »arbeitslos«, bezog aber trotzdem Gelder vom Herzoglichen Hof.
3) In dieser Position hatte er auch die Möglichkeit, die Finanzierung des Eisenbahn-Projektes aus der Staatskasse in die Wege zu leiten. Wahrscheinlich deshalb gab er seinen ursprünglichen Plan auf, die Eisenbahn privat zu finanzieren.