Schulsanitäter proben den Ernstfall
Das idyllische Kennelbad ist am Donnerstagmorgen kaum wiederzuerkennen. Badegäste sind nicht mehr hier, dafür aber eine Menge Krankentransporter und Rettungsfahrzeuge sowie fast 200 junge Menschen, die an einer großen Erste-Hilfe-Übung teilnehmen. Keine Anfänger, sondern aktive Schulsanitäter von 24 weiterführenden Schulen aus Braunschweig und dem erweiterten Einzugsgebiet. Den Aufbau und die Organisation der einzelnen Übungsstationen übernehmen ebenfalls überwiegend junge Helferinnen und Helfer.
Ausrichter der Veranstaltung ist der Braunschweiger Gemeinde-Unfallversicherungsverband (GUV), der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB), die Malteser und mehrere Schulen. Eingeladen waren Schülerinnen und Schüler bis zur 10. Klasse, viele von ihnen haben eine beträchtliche Anreise, etwa aus Goslar oder Helmstedt, hinter sich. Die Veranstaltung findet zum dritten Mal statt, aber zum ersten Mal im Kennelbad.
In bis zu fünfköpfigen Teams meistern die Nachwuchssanitäter einen Parcours, der sechs Notfallsituationen aus dem Schüleralltag abbildet, etwa einen Fahrradsturz mit Schürfwunde, den blutigen Kontakt mit einem Fremdkörper oder den Sturz von einer Schaukel mit Verletzung des Handgelenks. Die Jugendlichen können ihre vorher erlernten Fertigkeiten, Handgriffe und Verhaltensregeln praxisnah umsetzten. Bei aller gebotenen Ernsthaftigkeit sind sie mit großem Eifer und sichtlichem Spaß bei der Sache.
Es ist bemerkenswert, mit welchem Engagement und mit wie viel Sachkunde die Mädchen und Jungen zu Werke gehen. Lehrkräfte sind in der absoluten Minderheit und halten sich bewusst zurück. Die Schulsanis des MK haben einen Großteil des Aufbaus bewältigt, mimen bereitwillig Unfallopfer und schminken sich erschreckend realistische Wunden und Blutergüsse an Unterarme oder Waden. Alle zehn Minuten ruft das Martinshorn eines Krankenwagens zum Stationswechsel, so dass sich jedes Team in jeder Notfallsituation beweisen kann. Bei der Auswertung bleiben die Schülerinnen und Schüler unter sich, erfahrene Jungsanitäter erklären an jeder Station, was einwandfrei lief und wo noch Verbesserungsbedarf besteht. Da geht es zum Beispiel um die Details des angelegten Druckverbands, die richtige Beatmungstechnik oder um die sachgerechte Kommunikation mit einem unter Schock stehenden Unfallopfer. Ein belehrender Unterton ist hier nicht zu hören, man gibt stattdessen Tipps, wie es noch besser gehen würde.


